Wir brauchen harte Daten und weiche Schutzmaßnahmen!

Deutschland hat im Kampf gegen das Virus viel erreicht.

Trotzdem stehen wir nun da und haben keine Antworten auf Fragen wie diese:

Können wir die Schulen wieder normal öffnen?
Welche Ansteckungsgefahr herrscht in U-Bahnen, Zügen, Flugzeugen?
Wann können wir wieder Geschäftsreisen machen oder in den Urlaub fliegen? 
Welche Wirkung haben die Schutzkonzepte von Firmen, Flughäfen, Hotels etc?
Kommt das Virus im Winter zurück?

Was haben wir nicht alles gegen das Virus probiert: Absage von Großveranstaltug, Abstand halten, Schutzschilde, Lockdown, Atemschutzmasken, Laden- und Schulschließungen, Homeoffice, Händewaschen, Straßen und Plätze desinfizieren. Schließen der Grenzen und Absagen der Flüge.

Die Crux unserer Situation ist es, dass wir nicht wissen, welchen Maßnahmen nun eigentlich der vorläufige Sieg über das Virus zu verdanken ist! So kamen z.B. Lockdown und Atemschutzmaske erst, als die erste Viruswelle schon gebändigt war. Wir können die Pandemie bisher nicht wirklich navigieren. Wir sind weiterhin auf Versuch und Irrtum angewiesen. Diese Methode gefährdet unzählige Menschenleben und bringt horrende Kosten mit sich.

Und wir kennen die genauen Infiziertenzahlen nicht, weil wir vorwiegend die Kranken testen. Wenn im Herbst die Infiziertenzahlen wieder rasant steigen sollten, werden wir es erst mit dreiwöchiger Verspätung merken – ein fataler Start in den Winter!

Unsere schwachen Daten machen uns verletzlich!

Wie können wir die Epidemie präzise abbilden...

…um etwaigen Gefahren vorzugreifen? Wie können wir die einzelnen Schutzmaßnahmen in ihrer Effizienz bewerten und uns dann mit sicherer Hand diejenigen herauspicken, die unser Leben am wenigsten beeinträchtigen?

Dazu bräuchten wir jetzt große Datenmengen von Personen, die solche Schutzmaßnahmen nutzen. Daten über ihre jeweiliges Abschneiden in der Epidemie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe.

Aber gerade Daten sind seit Monaten unsere große Schwäche. Unsere offizielle Kurve der Fallzahlen zeigt weder eine „Delle“ nach dem Lockdown noch eine „Beule“ nach den Lockerungen. Damit ist über die Qualität der Daten eigentlich schon alles gesagt! Als Entscheidungsgrundlage für Politiker sind die Daten ebenso wenig geeignet wie für die wissenschaftliche Analyse von Schutzmaßnahmen. Denn die Folgen unseren Handelns können wir daran nicht erkennen. Und das muss das Kriterium für gute Daten sein. Folgen Sie diesem Link zu einer kurzen und grausamen Analyse der Corona-Daten des Robert-Koch-Institutes.

Wir haben das wissenschaftliche Potential unserer Virus-Tests bislang tragischerweise verschenkt. „Wissenschaftliches Potential“ sagt sich so leicht. Es handelt sich dabei um unsere Freiheit vor diesem (und dem nächsten) Virus!

Wir brauchen systematische Tests!

Es gibt ein billiges und einfaches Verfahren, um die Epidemie in Echtzeit abzubilden und die Wirkung unserer vielen Schutzmaßnahmen exakt zu messen. Ein solcher Mechanismus sind systematische Virustests. Viele Wissenschaftler haben sie gefordert, siehe Schrappe et al

Ähnlich wie bei einer Meinungsumfrage würden täglich eine große Zahl von Personen zufällig ausgewählt und auf das Virus getestet. Zusätzlich könnten sie freiwillig wichtige Daten zu ihren Lebensumständen und Schutzmaßnahmen beisteuern – natürlich anonym.

Daraus kann die Forschung dann eine präzise Karte der Epidemie zeichnen und uns den Weg aus der Krise weisen.

Wir haben nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen!

Wir brauchen massive Speicheltests!

Die Viruszahlen sind am Boden! Daher müssen wir massiv testen! Nur so erkennen wir die meisten Infizierten. Dazu kann Deutschland zwei Verfahren nutzen:

Speicheltests: Die in Montpellier entwickelten Speichel-Schnelltests decken 70% der Infektionen auf und sind damit herkömmlichen PCR-Tests ebenbürtig. Sie können zudem in etwa 90 Minuten ausgewertet werden, und es ist kein medizinisch geschultes Personal nötig. Damit sind die Tests praktischer, billiger, und es können viel mehr Personen getestet werden.  Es könnte so auch massiv per Post getestet werden.

Gepoolte Tests: Es könnten wöchentlich die 50.000 Schulen Deutschlands gepoolt Speicheltests machen – durchgeführt von Biologielehrern und ausgewertet am gleichen Tag. Ist das Pool einer Schule positiv, müssen natürlich zunächst die Klassen und dann die Schüler separat getestet werden, um positive Schüler zu finden.

Damit hätten wir ein Drittel aller deutschen Haushalte in der Teststatistik! Mit nur 6 % der Tests, die aktuell gefahren werden!

Die massiven Tests geben uns Klarheit über Schutzmaßnahmen

Ein gleiches Vorgehen sollte für alle Unternehmen und staatliche Stellen gelten. Damit hätten wir alle deutschen Arbeitnehmer in der Statistik. Jede gepoolte Probe würde von einer homogenen Gruppe kommen – Schüler, Studenten, Postboten, Bäckereiverkäufer, etc. So könnte ohne Datenschutzbedenken schon viel über die entsprechenden Arbeitsumstände und Schutzmaßnahmen in die wissenschaftliche Analyse einfließen!

Massive Speicheltests werden uns also sehr effizient dabei helfen, Schutzmaßnahmen für unsere Schüler, Studenten und die arbeitende Bevölkerung zu entwickeln. Wenn z.B. bestimmte Firmen durch die Bank wenige Infizierte haben, können wir von ihren Arbeitsbedingungen für den Rest der Beschäftigten lernen.

Und natürlich würden uns solche Tests helfen, fast lückenlos Infektionsketten zu entdecken und zu neutralisieren, und das effizienter als die herkömmlichen PCR-Tests – wegen der grossen Masse der Testpersonen.

Das wäre weltweit ein Novum: Ein ganzes Land kennt den Anteil seiner Infizierten!

Die massiven Tests würden Vergleiche zwischen Personengruppen mit und ohne Atemschutz, mit und ohne Raumbelüftung, mit und ohne Pulsoximeter etc. ermöglichen. Bei etwa 2 Mio. Testpersonen täglich käme in kürzester Zeit ein enormer Datenschatz zusammen – kaum eine wissenschaftliche Studie kann so etwas leisten. Die Heinsberg-Studie verzeichnete nur knapp 1.000 Testpersonen!

Dies unterstreicht die Notwendigkeit, dass unsere Regierung systematische Studien koordiniert!

Binnen kürzestem hätten wir den Effekt vieler bekannter und neuer Schutzmaßnahmen mathematisch genau festgelegt!

Ein Beispiel für eine Schutzmaßnahme, welche die Öffentlichkeit noch nicht auf dem Radar hat, und die der Corona-Krise den Schrecken nehmen könnte, ist das Pulsoximeter. Hier finden Sie einen kurzen Steckbrief dazu.

Pulsoximeter
Dieses einfache Pulsoximeter kann nach dem Beatmungs-Experten Robert Levitan unzählige Menscheleben retten und unsere Intensivstationen entlasten.

Warum ist es wichtig, die Wirkung von Schutzmaßnahmen mathematisch zu beschreiben?

Die Antwort lautet: Eine mathematische genaue Einordnung der Wirkung jeder Schutzmaßnahme erlaubt es unserer Politik, diese sachlich gegeneinander abzuwägen. So müssen wir nicht mehr wild mit Maßnahmen um uns schießen und dabei unnötige Kosten verursachen.

Weiterhin können Epidemiologen nur mathematisch quantifizierte Schutzmaßnahmen in ihre Modelle einbauen. Damit können sie dann genau berechnen, wie wir uns mit den geringsten Einschränkungen am besten schützen! 

Mit einem Arsenal von 50 Schutzmaßnahmen, die wir zum Teil jetzt noch gar nicht auf dem Radar haben, und die die Reproduktionszahl R um jeweils 5% bist 25% senken würden, wären wir dem Coronavirus gewachsen und können entspannt aus der Krise navigieren.

Warum wurden massive Speicheltests bisher nicht eingeführt?

Antwort unbekannt. Aber es gibt schon jetzt eine lange Liste von den Corona-Defiziten unserer Regierung:

  1. die zu spät georderten Atemschutzmasken
  2. die chaotisch durchgeführten PCR-Tests und der Mangel an verlässlichen Daten
  3. der nach jetziger Datenlage überflüssige Lockdown mit wirtschaftlichen Schäden im dreistelligen Milliardenbereich
  4. das von Experten kritisierte Schließen der Grenzen und die Streichung von Flügen
  5. die völlig bedeutungslose Corona-Warn-App
  6. das Debakel der verlorenen bayerischen Ferientestergebnisse, bei denen es an einer einheitlichen Software haperte
  7. die mangelhafte Vorbereitung der Schulen auf das neue Schuljahr (wurden in irgendeinem Klassenzimmer schon Raumluftfilter gesichtet?)
  8. und jetzt eben das Ignorieren massiver Speichel-Schnelltests, die uns gerade jetzt vor dem Winter viel Sicherheit gäben

Die Prioritäten sind völlig falsch gesetzt. Man arbeitet Pläne aus, um milliarden Atemschutzmasken nahe am Verfallsdatum nach Afrika zu verschenken. Aber massive Speicheltests und eine einheitliche Software für die wissenschaftliche Auswertung unserer Testergebnisse sind für unsere Regierung einfach ein Ding der Unmöglichkeit!

Es muss festgestellt werden: Unsere Regierung hat seit Beginn der Krise mehr versäumt als erreicht!

Zurück zum Thema: Massive Speicheltests würden unser Land wohl von der Corona-Krise befreien. Es bliebe kaum eine Infektionskette unentdeckt, und z.B. Schulen könnten sich den Luxus eines ungeschützten Unterrichts leisten, wenn sie täglich testen würden. 

Aber falls Plan A (massive Schnelltests) nicht klappt, oder falls eines Tages das nächste Virus kommt, gibt es noch Plan B. Hier würden herkömmliche PCR-Tests an Superspreadern gefahren. Auch so könnten Infektionsketten entdeckt werden und Schutzmassnahmen erforscht werden. Lesen Sie über solche Tests bitte hier!

Ob Plan A oder Plan B: Die Wirkung wird durch ein Immunsystem 2. Ordnung potenziert. So bezeichne ich ein komplett funktionsfähiges Immunsystem für unsere ganze Gesellschaft:

Deutschland braucht jetzt ein Immunsystem 2.Ordnung!

Um als offene Gesellschaft mit dem Virus fertig zu werden, sind Versuch und Irrtum unzureichend. Wir sollten uns so schnell wie möglich ein gesellschaftliches Immunsystem zulegen. In solch einem System hat jeder Teil eine unmittelbare, fein dosierte Antwort auf eine Bedrohung – ganz so wie im menschlichen Körper. Einen Vorschlag für solch ein System finden Sie in der Abbildung unten.

Mit einem solchen System sind wir immer einen Schritt weiter als das Virus. Und mit ihm machen wir die vielen Teile unserer Gesellschaft ganz einfach zu kompetenten Selbstentscheidern – genauso wie unser Körper es macht.

Wir sind schon nahe dran! Geben wir noch etwas smarte Software in unser Arsenal gegen das Virus!

Namentlich mit einem Epidemiemodell und einer smarten App können wir die Wirksamkeit unserer Maßnahmen potenzieren!

Es ist gar nicht nötig, dass Politiker weiterhin einsame Entscheidungen treffen.

So funktioniert ein Immunsystem 2.Ordnung (Fig. oben):
1. Systematische Virustests zeigen uns präzise den Status Quo der Epidemie
2. Anonyme Datenspenden übermitteln der Wissenschaft unsere Lebensumstände
3. Die Wirkung von Schutzmaßnahmen wird exakt quantifiziert 
4. Die Daten verhelfen uns zu einem präzisen Epidemiemodell. Damit sind wir dem Virus immer einen Schritt voraus.
5. Die Politik setzt die Ziele, eine App hilft jedem von uns bei der Navigation.

Virustests, Datenspenden und Schutzmaßnahmen wurden oben diskutiert. Im Folgenden möchte ich die Punkte 4 und 5 näher erläutern:

Wozu ein Epidemiemodell?

  • Mit einem Epidemiemodell können wir aus einem gewünschten Epidemieverlauf klare Vorschläge für das Verhalten jedes Einzelnen von uns herleiten.
  • Mit einem Epidemiemodell könnten wir ein paar Tage bis Wochen in die Zukunft schauen. So könnten wir auf Entwicklungen reagieren, ehe sie eintreten!
  • Wir könnten unsere Voraussagen mit unseren Messungen eichen.

Es ist nicht so, dass es keine Virus-Modelle in Deutschland gäbe. Im Gegenteil, es gibt viele Wissenschaftler, die daran arbeiten. Nur, ihnen fehlt der entscheidende Rohstoff, beslastbare, tägliche Daten! Nehmen wir an, wir hätten diese Daten dank massiver systematischer Tests.

Nehmen wir an, wir wollten dann mit weniger als 1.000 Neuinfektionen täglich bis zur Impfung durchhalten, bei möglichst wenigen Einschränkungen.

Um die Epidemie navigieren zu können, errechnet das Epidemiemodell nun für jeden von uns einen Sollwert für seine persönliche Reproduktionszahl, also die Zahl von Personen, die er bei einer Infektion maximal anstecken darf.

Nun könnten wir uns für die angenehmsten Schutzmaßnahmen entscheiden, um unseren Sollwert zu halten. Es könnte auch ein Sollwert für jedes Unternehmen und jede staatliche Stelle berechnet werden. Diese Gruppen könnten dann in Eigenregie navigieren, also mit eigener Kreativität die geeignetsten Schutzmaßnahmen ergreifen.

Mit jeder Runde im Zyklus wird unser Epidemiemodell besser

Mit dem ersten Modell könnten wir vielleicht für etwa 2 Wochen im Voraus vorhersagen, wie sich das Virus entwickelt. Jede unserer Maßnahmen, wie z.B. die Rückkehr unserer Kinder in die Schulen, könnten wir simulieren. Und wir hätten schon wenige Tage später die Quittung in der Hand: die genaue Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen. Stimmte sie mit der Erwartung überein – wie gut. Bei Abweichungen müsste das Modell angepasst werden – so würde es von Tag zu Tag genauer (s.Abb. rechts).

Schulen und Pandemie

Wir werden mit solch einem Modell zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise wissenschaftliche Anhaltspunkte haben, um zwischen verschiedenen Strategien abzuwägen. Über die wichtige Frage, ob wir eine Herdenimmunität erreichen wollen, oder die Epidemie bis zu einem Gegenmittel „hinhalten“ wollen oder gar auslöschen wollen, gab es bisher keine öffentliche Debatte.

Aber für welche Strategie wir uns auch entscheiden, es ist gar nicht mehr nötig, dass der Staat noch einsame Entscheidungen über Lockdowns oder Schutzmaßnahmen trifft. Jede Institution, jedes Unternehmen und jede Bevölkerungsgruppe wird vom Epidemiemodell ihren Soll-R-Wert empfohlen bekommen und kann nun selbst die geeigneten Entscheidungen zu ihrem Schutz treffen.

Wenn wir nun unsere klaren Zielvorgaben haben, geht es ans Navigieren.

Wie navigiere ich eine Epidemie?

Der weißrussische Diktator Lukaschenko hat keine Sorge vor dem Virus: „Haben Sie hier eins gesehen?“ Das Problem des unsichtbaren Virus macht es wünschenswert, dass wir im täglichen Leben eine „Navigationshilfe“ benutzen.

Bei Privatpersonen mag Atemschutzmaske und Händewaschen ausreichen. Aber für Unternehmen und staatliche Stellen wäre es wichtig, die Personen zu identifizieren, die dem Virus besonders ausgesetzt sind und die besonders geschützt werden müssen.

Deshalb wird unser Arsenal an Schutzmaßnahmen besonders dann wirksam, wenn wir uns mithilfe einer App darin orientieren können. Dazu brauchen wir eine simple Corona-Navi-App, die uns die Möglichkeit gibt, unsere persönliche Reproduktionszahl auf einem gewünschten Wert zu halten, ohne dass der Staat uns weitere Vorschriften macht.

Vorschlag einer "weichen" Corona-Navi-App

Wir könnten in einer solchen Navi-App detailliert unsere Lebensumstände, Beruf und Schutzmaßnahmen eingeben – lokal für unsere eigene Strategie. Die App wird nun mit diesen Angaben und mit den Aufzeichnungen unserer sozialen Kontakte unseren genauen Gefährdungsgrad ausrechnen, und diesen auch anonymisiert mit anderen Benutzern teilen.

Damit ist es nicht mehr unbedingt nötig, dass jemand wie in der Warn-App einträgt, ob er positiv getestet wurde. Alleine die Tatsache, dass wir häufiger Personen treffen, die selbst einen hohen Gefährdungsgrad aufweisen, würde uns schon zu Schutzmaßnahmen motivieren.

Das folgende Beispiel soll zeigen, wie eine Corona-Navi-App einem Unternehmen helfen kann, seine Mitarbeiter zu schützen, ohne an Effizienz zu verlieren: Nehmen wir an, ein Instrumentenhersteller mit 200 Mitarbeitern bekommt vom Epidemiemodell als Leitwert eine durchschnittliche Reproduktionsrate von 1,8 empfohlen. Der Gesundheitsbeauftragte hat nun gar keine Ahnung, wie es in seinem Unternehmen aussieht. Er bittet die Mitarbeiter, sich auf ihre Handys eine App zu laden, die die potentielle Reproduktionsrate jedes einzelnen Mitarbeiters aus seinen sozialen Kontakten und gewissen Konstanten wie dem Luftvolumen am Arbeitsplatz ermittelt.

Da das Unternehmen einen regen Austausch der Mitarbeiter fördert, stellt der Beauftragte zu seinem Schrecken fest, dass das durchschnitttliche R bei 3,2 liegt. 12 Mitarbeiter haben sogar R-Werte von über 10. Wie sich schnell herausstellt, handelt es sich bei ihnen um die Projektleiter, die verschiedene Arbeitsgruppen koordinieren müssen.

Der Beauftragte spielt nun mit einem lokalen Ableger des Epidemiemodells, gibt die genauen physischen Bedingungen ein und stellt fest: Mit 15 Raumluftfiltern in Kaffee-Ecken und Konferenzzimmern und 12 Sets von FFP2-Atemschutzmasken für die Projektleiter kommt R auf 1,5 herunter. Die Kosten dafür liegen bei € 15.000 – steuerlich absetzbar. Das entspricht weniger als 0,1% der Verluste, die das Unternehmen während des Lockdowns machte.

Der Gesundheitsbeauftragte führt außerdem täglich gepoolte Speicheltests durch und erkauft seinen Mitarbeitern und ihren Familien so, dass sie am Arbeitsplatz keine Atemschutzmasken tragen müssen und auf Großveranstaltungen und Fernreisen gehen können.

Diese Gedanken zeigen uns, wie ein Epidemiemodell uns durch punktuelles, effizientes Navigieren Stück für Stück von der Corona-Krise heilen könnte! Ein echtes Immunsystem eben!

App und Epidemiemodell verändern grundlegend, wie wir Impfen

Mit einem Immunsystem 2.Ordnung kommen wir heil durch den Winter. Drehen wir die Zeit nun ein halbes Jahr weiter und bereiten wir Deutschland auf die bevorstehende Impfung vor, wenn es sie denn einmal gibt:

Mit der Impfung kann noch viel schiefgehen. Wer sagt denn, ob und wann wir genug Impfstoff für alle bekommen? Und wer verhindert, dass Impfgegner und Populisten unsere Gesellschaft als Geisel benutzen, um sich in der Aufmerksamkeit der Medien zu sonnen, gerade auch in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen. Da werden sich viele von uns von unserer hässlichsten Seite zeigen.

Die App im Verein mit dem Epidemiemodell könnte uns helfen, diejenigen Personen ausfindig zu machen, die wir als erstes impfen sollten. Das wären potentielle Superspreader. Das Modell könnte dann z.B. zeigen: Wenn wir die 5 Mio. Personen mit einem R-Wert über 4 in ganz Deutschland impfen würden, wäre die Epidemie schon wirksam eingedämmt!

Die Navi-App wird denjenigen von uns, die soziale Schweine sind, einen Code als Impfberechtigung schicken. Damit können wir Superspreader uns dann ganz locker von unseren massiven Schutzmassnahmen befreien.

Ähnliches gilt natürlich auch für zukünftige Viren oder für die nächste Grippewelle. Unsere Impf-anstrengungen könnten viel sparsamer und effizienter sein. Good Bye Pharmaindustrie…

Was wird sich an unserem Leben verbessern?

Wir sind nah dran, unser Land ohne weiteres Chaos so sanft und sicher aus der Krise zu steuern, dass wir uns hinterher fragen werden, warum wir uns alles erst einmal so kompliziert gemacht haben.

Wie wird unser Leben dann aussehen? – Hoffentlich weitgehend normal:

  • Wir werden endlich das Risiko von Covid-19 einschätzen können – und hoffentlich drastisch verringern können – siehe Pulsoximeter u.a.
  • Wir werden genau wissen, wie wir unsere Senioren und Vorerkrankten mit „sanften“ Maßnahmen schützen können.
  • Unsere Kinder können wieder in die Schule – und in den Pausen auch toben – ein wichtiger Beitrag zur Immunisierung der Bevölkerung.
  • Alle Unternehmen können wieder normal funktionieren, natürlich wird jedes Unternehmen in Eigenregie seine gewünschte Reproduktionszahl einhalten.
  • Diskos und Restaurants, aber auch Museen und Tagungsstätten müssen mit Wärmetauschern für angenehme und effektive Frischluft-Zufuhr sorgen.
  • Auch Großveranstaltungen werden wieder erlaubt werden, wenn wir einmal herausgefunden haben, wie wir uns da schützen können (z.B. negativer Test vom gleichen Tag).
  • Wir werden, falls unser Beispiel Schule macht, für jeden Landstrich der Welt die genauen Anteile Infizierter und Immunisierter kennen. 
  • Wir werden wieder frei reisen können – allerdings unter den geeigneten Schutzvorkehrungen

Und das alles etwa einen Monat nach Einführung der massiven systematischen Tests.

Bleibt noch zu sagen, dass die neue Eigenverantwortung die Bevölkerung kreativ machen wird und uns eine große Diversität an Schutzmaßnahmen bescheren wird.

Und bleibt dann noch zu sagen, dass das nächste Virus noch im Frühstadium an unserer neuen Immunabwehr abprallen wird.

Der Corona-Test unserer Entscheidungsträger und Medien

Noch ist es nicht zu spät, Klarheit zu schaffen und weitere Millionen unnötiger Corona-Fälle zu vermeiden. Und ehrlich gesagt, wir möchten dieses Virus nun endlich hinter uns lassen und uns den eigentlichen Herausforderungen unserer Welt widmen!

Deutschland hat vieles richtig gemacht. Wir sollten jetzt die Nerven haben, ein Immunsystem für unsere Gesellschaft zu installieren! So beweisen wir einer Welt im Wahn, wie unschätzbar wertvoll eine funktionierende Demokratie und Wissenschaft sind.

Bitte bekennen Sie sich in einem Kommentar zu massiven, systematischen Virustests!

Mit massiven Virus-Tests können wir nichts verlieren, aber viel gewinnen.

David Unger, Blogger

An unsere Gesundheitsminister:

  • Bitte koordinieren Sie massive Virus-Tests!
  • Bitte bauen Sie exakte Epidemiemodelle!
  • Eine Navi-App muss unseren Berufstätigen helfen, sich selbst zu schützen.
  • Bitte eine intelligente Impfkampagne vorbereiten!

3 Kommentare zu „Wir brauchen harte Daten und weiche Schutzmaßnahmen!

  1. Anfangs etwas irreführend: „Zwar ist das Virus in Deutschland vorerst besiegt. Trotzdem stehen wir nun da und haben keine Antworten auf Fragen wie diese:
    Sind Kinder für ihre Großeltern ansteckend? Was bringt der Atemschutz? etc.“). Nein, das Virus ist überhaupt nicht „besiegt“, andererseits wissen wir durchaus, dass Atemschutz viel bringt (Schutz der Anderen!), und infizierte Kinder natürlich ihre Großeltern anstecken können. Der Ruf nach systematischen Flächentests auf Zensus-Basis ist vernünftig, ebenso die Kritik an der Corona-Warn-App (die seit Wochen unerkannt nicht richtig funtionierte, weil Android die automatische Hintergrund-Aktualisierung der App nicht einschaltete). Ob die vielen guten Gedanken zu einer vernunftgesteuerten Epidemie-Navigation aber Erfolg haben, ist zweifelhaft, solange Menschen einfach wieder Lust auf Feiern in großen Gruppen haben (Zitat Elio, 30, Berlin, im Interview auf Spiegel-online: „…wir haben die Freiheit, mit unserem Körper zu machen, was wir wollen“) oder ausländische Niedriglöhner aus Geldgier in Massenunterkünften zusammengepfercht werden. Mir graut vor der zunehmenden Unvernunft und Lässigkeit der Leute, die einfach keinen Bock mehr auf Mundschutz haben. Mir graut auch vor dem Herbst, wenn die normalen Herbstinfektionen die Pandemie überlagern werden. Ich halte aber die Strategie, Infektionsketten umfassend zu verfolgen und zu stoppen, für aussichtsreicher als Flächentests. Wir sollten auch von Ländern lernen, die das erfolgreich durchgezogen haben wie z. B. Neuseeland.

    1. Herr Köpping, herzlichen Dank für diesen Kommentar! Ich werde die drei Punkte, auf die Sie mit dem Finger gezeigt haben, korrigieren/ergänzen. (Einleitung, warum Flächentests, Fehler bei der Warn-App).

      Und ja, jetzt wo das Virus am Boden ist, scheint das Verfolgen von Infektionsketten am sinnvollsten. Das Problem: auch hier erwischen wir ja immer nur die Spitze des Eisbergs. 800 Infizierte täglich * 5 (Dunkelziffer laut Antikörperstudie des RKI) gibt 4.000 Infizierte täglich. Nach 10 Tagen 40.000. Wer kann das noch verfolgen? Wir befinden uns praktisch schon in der zweiten Welle.

      Ich persönlich finde es gegenüber Kindern, Eltern und Großeltern unverantwortlich, dass z.B. in den Schulen nicht systematisch getestet wird. Das muss ja nicht heissen, alle testen, es reichen ja intelligente Stichproben. Wie wäre es z.B. alle 50.000 Schulen Deutschlands wöchentlich gepoolt zu testen (Spuckproben aller Schüler einer Schule im Pool). Es kostet uns ja keinen zusätzlichen Cent, Virus-Tests einfach zu koordinieren, anstatt sie weitgehend planlos durchzuführen. Es ist unverantwortlich, dass Schulen virusmäßig für uns immer noch eine Black Box sind.

  2. Hervorragende Gedanken und Impulse. Sehr gut finde ich die Idee, nicht mit der Gießkanne impfen zu müssen, sondern nur einzelne, die Gefährder sind. Insgesamt ein vernünftiger logischer wunderbarer Beitrag, der nur leider nicht gehört wird. Ich schlage vor, Dr. Drosten von der Charitee zu kontaktieren, er scheint mir recht offen und vielleicht lässt er sich von den Ideen inspirieren…

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